Nach schlafloser Nacht mussten wir um acht schon wieder los, denn für heute hatten wir us was Besonderes vorgenommen; eine Fahrt durch den Canyon von Sumidero! Dazu sagt Wikipedia:

„Der Cañón del Sumidero umfasst 22 .038 ha. Die Länge des Cañons variiert je nach Ausgangspunkt. Von der Brücke bis zur Staumauer sind es 32 km. Die Breite liegt zwischen 200 m und 2 km.

Die bis zu 1.000 Meter tiefe Schlucht gehört zum Eindrucksvollsten was die Natur Südmexikos zu bieten hat. Die vertikalen Wände in der Schlucht beherbergen Höhlen wie die „Cueva de Colores“ und den Wasserfall „Árbol de Navidad“.

Im Nationalpark sieht man Wasserfälle, viele Wasser- und Raubvögel und an den seichten Stellen leben Schildkröten, amerikanische Flusskrokodil und an den Ufern Affen. An ihrem Ende befindet sich die Presa de Chicoasén ( auch „Manuel Moreno Torres“ genannt ) , eines der größten Wasserkraftwerke Mexikos. Die Fahrt durch den Cañon, durch den der Grijalva-Fluss strömt, ist eine der spektakulärsten Mexikos.“

Dem „spektakulär“ kann ich mich nur anschiessen! Mit etwa 80 kmh geht es in einer Bananenschale in wilder Fahrt über die Fluten, Facelifting und Wuschelfrisur inbegriffen!!! Sogar ein faules Krokodil haben wir gesehen, und der Canyon selbst ist unbegreiflich!!!! Man kann gar nicht beschreiben, wie eindrucksvoll es ist, auf einem schmalen Fluss zwischen bis zu 2km (!!!) hohen Wänden zu fahren! übrigens haben sich im Jahre 1527 etwa 2000 Indianer in die Schlucht gestürzt, um nicht von den Conquistadoren versklavt zu werden.

Im Anschluss an den Canyon haben wir uns das nahegelegene kleine Städtchen Chiapas de Chozo angesehen, dass zwar nett anzusehen, aber nicht wirklich der Rede wert ist.

Nachmittags haben wir uns das Museum „Na Bolom“ angesehn.Der Name kommt aus der Mayasprache Tzotzil und bedeutete Haus des Jaguar. Es war das Haus des dänischen Archäologen Frans Blom (1893-1963) und der Schweizer Anthropologin und Photografin Gertrude Duby-Blom (1901-1993), die ihr Leben den Ureinwohnern Chiapas, insbesondere der Landronen, und der Erforschung ihrer Kultur gewidmet haben. Frans Blom entdeckte Kultorte der Mayas, wie Palenque, Toniná und Chinkultic. Seit ihrem Tod dient ihr Haus als Museum. Herumgeführt wurden wir von einem sehr netten Maya-Stammigen Führer, der uns jeden Raum und die spannende Geschichte der Bloms erzählt hat. Sehr eindrucksvoll, was insbesonders Trudi für die Ureinwohner getan hat.

Eigentlich wollten wir morgen schon weiter, haben aber gehört, dass aufgrund des Feiertags „Día de la Revolucion“ am 20.11. und der misslungenen Präsidentschaftswahlen morgen überall von der Zapatistischen Befreiungsarmee Strassensperren aufgestellt werden sollen, und da möchten wir ja nun nicht zwischen landen. Also gucken wir uns die Feier in Ruhe hier in San Christóbal an und fahren erst Dienstag weiter nach Cumitán (wir haben ja Zeit).

Übrigens ist es manchmal schon schade, wie dumm und arrogant Touristen sein können; heute morgen haben wir ein deutsches Paar gewarnt, lieber nicht nach San Juan Chamula (das Dorf von gestern mit dem Aufstand!) zu fahren. Die meinten dazu nur: „Naja aber Touristen sind davon ja nicht betroffen“. Schön wärs; wir wissen, wie schnell sowas in Mexio ausarten kann, und Touristen werden sehr sehr gerne als Sündenbock für alles genommen!