Seit einigen Tagen bin ich nun wieder in Lübeck…wer in der Stadt ist und Lust hat, was zu machen, kann mich gerne mal anrufen (o451-492344), mein Handy hat sich leider schon in Mexiko verabschiedet und somit habe ich leider die meisten Nummern nicht mehr :(

Am 11.1 geht es weiter nach Thailand, und natürlich wird es dann auch einen neuen Blog von Flo und mir gemeinsam geben…sobald der Name steht, stelle ich den Link hier rein.

Bis dahin, alles Liebe und Frohe Weihnachten!

Wer dachte, das Comeback von Axel Schulz wäre ein Flop gewesen, der hat am 1.12. wohl keine Nachrichten gesehen; willkommen im Land der sich prügelnden Parlamentarier. Zapatistische Armeen in Chiapas, Bürgeraufstände in Oaxaca, und jetzt noch ein Präsidentschaftswahlen-Verlierer, der seine Niederlage einfach nicht anerkennen will: liebes Mexiko, wo steuerst du nur hin?!

Dazu das treffende Kommentar von Peter, meinem “Schwiegervater in spe”: “Die ganze Welt ist ein Irrenhaus und wie es scheint ist Mexiko das Zentrum“.

Eine richtig gute Nachricht:  Auch Flo hat jetzt einen Praktikumsplatz in Bangkok bei Siemens, und so geht mein Wunsch in Erfüllung, dass wir zusammen gehen können. Der Flug für den 11.1. ist gebucht, er fängt am 15.1. an und ich werde noch zwei Wochen Sprachkurs machen, bis es auch für mich losgeht!

Und was macht die Uni? Drei Prüfungen stehen noch an, 2 am Montag und eine am Mittwoch, dann ist der ganze Spuk vorbei! Und am 12.12. heißt es für mich: Adios, México!

Wie ging es also weiter mit „Kathis und Linda spannender Reise in den Bundesstaat der endlosen Natur und der verrückten Volksaufstände“??? J

 

Montag, 20.11. Nachdem wir Sonntag am Canon de Sumidero und dem Museum Na Bolom waren, wollten wir Montag eigentlich weiter nach Cumitán, einer anderen Stadt weiter im Norden, von der wir unsere Ausflüge zu den Seen (Lagos) von Montebello und Palenque, der Maya-Hochburg starten wollten. Doch, wer hätte es geahnt, ein Aufstand nahm uns die Luft aus den Segeln! Die Zapatisten (eine Gruppe Aufständischer, die unter Kommando des Subcommandante Marcos für das Recht der indigenen Bevölkerung kämpft und in der Vergangenheit auch Touristen gekiddnapt hat), hatten anlässlich des „Dia de la Revolucion“ beschlossen, alle Hauptverkehrstraßen in Chiapas zu sperren. Nun gut, höhere Gewalt, dachten wir und blieben also lieber in San Christobal, sahen uns die Festtagsumzüge an, haben die Kirche entdeckt und gingen auf einen Einheimischen-Markt (O-Ton Kathi: Linda, lass uns bitte umdrehen, die Frau da laust gerade ihr Kind!!!), schliefen den halben Nachmittag und verbrachten den Abend stundenlang in einer Crepe-Bar.

Das war wohl der entspannendste Tag unser Reise- als hätten wir geahnt, was uns am nächsten Tag erwarten würde!

 

Dienstag, 21.11.  Nach diesem wahnsinnig entspannenden Tag beschlossen wir dann, endlich die geplante Tour nach Cumitan anzutreten. Dort wollten wir einen tag bleiben, uns die Stadt ansehen, und am nächsten Tag weiter zu den Seen von Montebello.

Morgens ging es also los mit dem Reisebus, doch bei der Ankunft in Cumitan ahnten wir Schreckliches: Wir sind die einzigen Touris weit und breit, kein anderer sonst im Hotel, in der ganzen Stadt kein ordentliches Restaurant, keine Bar, keine Sehenswürdigkeiten, keine Reiseveranstalter für Touren zu den anderen Städten! Nach einer Stunde verzweifelter Suche nach etwas essbarem (es war ja schon Mittagszeit) fielen wir dann die Entscheidung: Hier können wir nicht bleiben, hier gibt es nichts, aber auch gar nichts! Also zum Hotel, Geld zurück geholt, und weiter zu den Lagos von Montebello, denn da muss es doch was zu gucken geben! Im kleinen Einheimischenbus war es ganz witzig: Kathi beschäftigte sich damit, ein kleines Indio-Kind mit Zimtkeksen voll zu stopfen, während ich die 2 Stunden Fahrt gebannt aus dem Fenster schaute: Natur! So was hatte ich ja lange nicht gesehen! Kühe, Pferde, Maisfelder, dazwischen kleine eher schäbige Dörfer…. . Auch die Ankunft in Montebello war „geht so“: das Areal beträgt etwa 9 ha, und mit Auto hat das einfach mal keinen Sinn. Ein Fremdenführer hat sich dann unserer angenommen und uns mit dem Angebot, uns morgen sie Seen zu zeigen, in eine „Cabana“ gefahren, eine kleine, schäbige Holzhütte irgendwo im nirgendwo, die man nicht abschließen konnte, ohne heißes Wasser, und mit Löchern in den Mosquito-Netzen. Hmmm…nach etwa einer Minute intensiven Nachdenkens (es fiel uns schwer), haben wir den nächstbesten Bus angehalten und sind den 4 Stunden Rückweg nach San Christobal angetreten. Fazit dieser Reise: Individualtourismus hat seine Grenzen.

TShirts sind in Arbeit mit dem Titel „Yo soy fresa y me gusta“ (Ich bin ein Snob und es gefällt mir so).

Wer hätte gedacht, dass dieser eher bescheidene Tag noch einen richtig netten Ausklang nehmen könnte? In San Christobal erwischten wir einen meeeeeeeeeeeeeeeeega-netten Taxifahrer, der uns eine diesmal wirklich schöne Jugendherberge empfahl, warm, günstig, jeder sein eigenes Bett und mit Badezimmer im Zimmer! Der Wahnsinn.

In der Herberge fanden wir auch schnell richtig netten Anschluss: zwei Israelis, einen Franzosen und zwei Italiener(innen), alle in unserem Alter und richtig nett. Zusammen waren wir essen, wobei die Israelis uns ihre Kriegsgeschichten erzählt haben; beide erst 23, wurden gerade aus ihrer 3-jährigen Dienstzeit entlassen und machen nun eine Reise durch Südamerika, um anzuschalten. Als Kathi und ich ins Bett gingen, dachten wir noch: Schade, dass wir die nie wieder sehen. Aber im leben kommt ja immer alles anders, als man denkt…

Mittwoch, 22.11. Eigentlich wollten wir an diesem morgen mit einer Tour ins 4 Stunden entfernte Palenque, aber da die beiden kleinen Prinzessböhnchen ml wieder verschlafen hatten, waren alle Touren schon weg und was blieb war…ein Trip zu den Lagos von Montebello! Als der Bus vorfuhr und die Tür aufging, gab es große Augen: da saßen der Franzose (Thomas) und die Israelis (Moran und Schachal)!!! Dazu noch ein Schweizer-Pärchen (Nikolas und Daila)  und die verrücktesten Gran Canarier (Raul und Manuel) , die die Welt je gesehen hat. Diesmal hat die Tour sich richtig gelohnt, denn mit dieser Truppe war es einfach richtig witzig!  Die Gran Canarier stopften während der gesamten Busfahrt den Fahrer mit Pudding und Schokolade voll, die Israelis gingen voll bekleidet schwimmen (Wechselsachen??) und wir Deutsch-Sprechenden haben uns kaputt gelacht. Angesehen haben wir die Grotten (grutas) von Rancho Nuevo, die Wasserfälle (cascadas) von Chiflón und halt die Lagos, und viele viele Fotos sind dabei entstanden. Ist jetzt ausser Chiflon nichts gewesen, was man unbedingt gesehen haben muss, war aber doch ein netter Tag.

Abends sind dann alle zusammen Kaffee trinken und Pasta essen, und dann hieß es wirklich goodbye und auf wieder sehen! L

 

Donnerstag, 23.11.

Uff, anstrengend! Heute sollte es wirklich den lang ersehnten Trip in die Maya-Stätte Palenque geben! Schon um sieben Uhr ging es los, aber statt unsere Super-Truppe von gestern hatten wir größtenteils Langweiler im Bus sitzen. Nach einem unglaublich schlechten Rührei Frühstück, an dem wir den ganzen tag noch Freude hatten, begann die vierstündige, Magen umdrehende  fahrt über die windigen Bergstraßen. Ich habe keinen empfindlichen Magen, aber dass ich mich nicht wirklich übergeben musste, halte ich für ein Wunder.

Zuerst fuhren wir an den Cascadas (Wasserfälle) Aguas Azules (blaue Wasser) und an Misol-Ha vorbei, die beide wunderschön waren.

Palenque ist aber wirklich der Wahnsinn!

Kleine Einführung: „Palenque war eine der bedeutendsten Mayahauptstädte. Lange Zeit lag die Geschichte von Palenque (span. »Befestigte Häuser«) völlig im Dunkeln. Man wusste zwar, dass dieser Ort bereits vor der Zeitenwende, also in präklassischer Zeit, bewohnt war, aber seinen Höhepunkt nicht vor dem 6. Jh. n.Chr. erlebte. Durch die Entzifferung der Hieroglyphenschrift, ist uns ein Teil der Geschichte Palenques bekannt geworden. Die große Stunde Palenques scheint nach den Krisen im südlichen Maya-Tiefland gekommen zu sein.“

Viele Gebäude von Palenque liegen noch immer unter Urwald vergraben, doch was man sieht, ist einfach beeindruckend: schon 4000 v.Chr. wohnten hier Menschen mit ägyptischen und asiatischen Wurzeln, und haben riesige Bauten geschaffen!

Unser Führer, ein total liebes Männchen um die 60, hat uns alles ganz toll erklärt und uns etwa 2 Stunden durch die Anlage geführt. Wen es mal nach Chiapas verschlägt, der kommt um Palenque nicht herum!!

Zurück ging’s dann wieder 4 Stunden auf der „Ich glaub mir wird schlecht- Straße, Ankunft um 21 Uhr abends im saukalten San Christobal und um 22 Uhr abends ging es direkt weiter auf die 12-stündige Fahrt nach Puerto Escondido, einem Strand an der Pazifikküste im Staat Oaxaca.

 

Freitag, 24.11. und Samstag, 25.11.

Zu Puerto Escondido muss ich nicht viel schreiben; toller Strand, Nebensaison, geiles Wetter, Kathi und ich stundenlang am Strand! Einfach herrlich!

Tja, und Samstagnacht ging es auch schon wieder 13 Stunden nach Mexiko Stadt, wo wir dann Sonntag um 8.30 ankamen!

 

Alles in allem, der Urlaub war herrlich!  

Nach schlafloser Nacht mussten wir um acht schon wieder los, denn für heute hatten wir us was Besonderes vorgenommen; eine Fahrt durch den Canyon von Sumidero! Dazu sagt Wikipedia:

“Der Cañón del Sumidero umfasst 22 .038 ha. Die Länge des Cañons variiert je nach Ausgangspunkt. Von der Brücke bis zur Staumauer sind es 32 km. Die Breite liegt zwischen 200 m und 2 km.

Die bis zu 1.000 Meter tiefe Schlucht gehört zum Eindrucksvollsten was die Natur Südmexikos zu bieten hat. Die vertikalen Wände in der Schlucht beherbergen Höhlen wie die “Cueva de Colores” und den Wasserfall “Árbol de Navidad”.

Im Nationalpark sieht man Wasserfälle, viele Wasser- und Raubvögel und an den seichten Stellen leben Schildkröten, amerikanische Flusskrokodil und an den Ufern Affen. An ihrem Ende befindet sich die Presa de Chicoasén ( auch “Manuel Moreno Torres” genannt ) , eines der größten Wasserkraftwerke Mexikos. Die Fahrt durch den Cañon, durch den der Grijalva-Fluss strömt, ist eine der spektakulärsten Mexikos.”

Dem “spektakulär” kann ich mich nur anschiessen! Mit etwa 80 kmh geht es in einer Bananenschale in wilder Fahrt über die Fluten, Facelifting und Wuschelfrisur inbegriffen!!! Sogar ein faules Krokodil haben wir gesehen, und der Canyon selbst ist unbegreiflich!!!! Man kann gar nicht beschreiben, wie eindrucksvoll es ist, auf einem schmalen Fluss zwischen bis zu 2km (!!!) hohen Wänden zu fahren! übrigens haben sich im Jahre 1527 etwa 2000 Indianer in die Schlucht gestürzt, um nicht von den Conquistadoren versklavt zu werden.

Im Anschluss an den Canyon haben wir uns das nahegelegene kleine Städtchen Chiapas de Chozo angesehen, dass zwar nett anzusehen, aber nicht wirklich der Rede wert ist.

Nachmittags haben wir uns das Museum “Na Bolom” angesehn.Der Name kommt aus der Mayasprache Tzotzil und bedeutete Haus des Jaguar. Es war das Haus des dänischen Archäologen Frans Blom (1893-1963) und der Schweizer Anthropologin und Photografin Gertrude Duby-Blom (1901-1993), die ihr Leben den Ureinwohnern Chiapas, insbesondere der Landronen, und der Erforschung ihrer Kultur gewidmet haben. Frans Blom entdeckte Kultorte der Mayas, wie Palenque, Toniná und Chinkultic. Seit ihrem Tod dient ihr Haus als Museum. Herumgeführt wurden wir von einem sehr netten Maya-Stammigen Führer, der uns jeden Raum und die spannende Geschichte der Bloms erzählt hat. Sehr eindrucksvoll, was insbesonders Trudi für die Ureinwohner getan hat.

Eigentlich wollten wir morgen schon weiter, haben aber gehört, dass aufgrund des Feiertags “Día de la Revolucion” am 20.11. und der misslungenen Präsidentschaftswahlen morgen überall von der Zapatistischen Befreiungsarmee Strassensperren aufgestellt werden sollen, und da möchten wir ja nun nicht zwischen landen. Also gucken wir uns die Feier in Ruhe hier in San Christóbal an und fahren erst Dienstag weiter nach Cumitán (wir haben ja Zeit).

Übrigens ist es manchmal schon schade, wie dumm und arrogant Touristen sein können; heute morgen haben wir ein deutsches Paar gewarnt, lieber nicht nach San Juan Chamula (das Dorf von gestern mit dem Aufstand!) zu fahren. Die meinten dazu nur: “Naja aber Touristen sind davon ja nicht betroffen”. Schön wärs; wir wissen, wie schnell sowas in Mexio ausarten kann, und Touristen werden sehr sehr gerne als Sündenbock für alles genommen!

Nachdem wir so fleissig studiert haben, haben wir uns endlich wiede einen Urlaub verdient, ud zwar in Chiapas, dem mexikanischen Bundesstaat an der Grenze zu Guatemala:

Am Freitag morgen gings also los nach Chiapas, mit einigen Komplikationen. Der Flieger konnte wegen Nebel nicht in Mexiko Stadt landen, so dass wir 1,5 Stunden auf dem Flughafen warten mussten (dafür waren wir also um 4.30 aufgestanden!); angekommen sind wir trotzdem, haben uns ins Hotel warten lassen, und dort wartete schon die nächste Überraschung: von unserer Reservierung wusste dort keiner was, aber ein Zimmer haben wir trotzdem bekommen. Nachmittags haben wir erstmal San Christobal de las Casas erkundet, schön gegessen und haben, mangels Alternativen, einen Film im Kino gesehen Open Season…der schlechteste Film aller Zeiten). Wir sind dann früh ins Bett, denn um 8 Uhr morgens wollten wir wieder los zu einer organisierten Tour in die umliegenden Indianerdörfer. Heute (Sa, 18.11) gings also früh los nach San Juan Chamula, ein Dorf, in dem nur indigene Bevölkerung lebt. Und was soll ich sagen: statt dem wunderschönen Marktplatz und der Kirche haben wir umgeworfende und brennende Wagen gesehen, denn heute war ein Aufstand zur Ansetzung des Bürgermeisters! Ha! Gerade, als wir in der beeindruckenden Kirche waren (alles voller Tannenzweige auf dem Boden, Kerzen überall und Maya-Artefacte überall), liefen Leute panisch in die Kirche und rieten uns lautstark, besser das weite zu suchen…auf dem Weg zu den Touri-Vans liefen dann weitere Dorfbewohner aufgebracht vom Dorfplatz weg, hinter und Schüsse und Feuerwerk (???) und wir waren froh, heil wieder da raus zu sein…ein Abenteuer!!
Auf den Schreck mussten wir dann erstmal Crepes essen, um die Nerven wieder zu beruhigen! Und die Nacht….also, Jugendherberge ist ja schön und gut, aber LAUT!!! Geschlafen haben wir nicht wirklich viel….und morges gehts ja schon wieder weiter!!!

Am Sonntag waren wir mit unserem Lehrer des Kurses “Geschichte der Kultur” in der Stierkampfarena von Mexiko Stadt. Da Carlos Spanier aus Navarra (Pamplona!) ist, ist er mit mit Stierkämpfen aufgewachsen, total begeistert und wollte uns gerne einen Teil seiner Kultur näher bringen. Ich stand dem Ganzen eher ablehnend gegenüber, wollte aber auch nicht neine sagen, also gingen wir. Die Arena ist ein riesengrosses Stadium mitten in der Stadt und wird einzig und allein für Stierkämpfe genutzt. Schon vor dem Eingang fiel mir auf, dass die Menschenmenge nicht etwa aus “Nacos” (Asozialen) bestand, sondern aus Menschen der Mittel- und Oberschicht. Sogar viele nationale Stars lassen sich dieses Event nicht entgehen- sehen und gesehn werden also. Wir deutschen Mädels wurden erstmal vor dem Eingang der Arena von einer der grössten Stadtzeitungen “La Reforma” geknipst…náchsten Sonntag sind wir in der Ausgabe zu sehen! Vor dem Stadion wird allerhand verkauft, Bilder von Toreros, Sombreros, Weinschläuche, Torero-Kostüme für Kinder und sogar ausgestopfte Stierköpfe. Nach dem wir uns an einer Paella in einem nahegelegenen Restaurant gestärkt hatten, ging´s los: Zu Anfang ist die Arena mit lauter Schriftzügen und Blumen verziert, die dann feierlich von den im Spektakel involvierten Menschen geräumt werden. Dann stellten sich di drei Toreros des Tages vor: traditionell sind es zwei Mexikaner und ein Spanier, die jeweils 2 Bullen, also 6 insgesamt, töten. Ausserdem hat jeder Torero drei Helfer, die den Stier am Anfang des Kampfes…”ärgern”, könnte man sagen, bis der Torero dann alleine auf dem Platz steht. Zwei Pferde sind auch involviert: sie sind komplett in Schaumwatte eingepackt (sieht unheimlich blöd aus), und der Reiter ist derjenige, der die Haut des Stieres zuerst durchsticht, um ihn anzustacheln. Natürlich greift der Stier die Pferde dann an und schmeisst sie sogar um; da sie aber so eingepackt sind, passiert ihnen nichts. Alles zu beschreiben, fällt mir schwer, das muss man einfach mal gesehen haben. Die Leute feuern ihre Toreros mit wilden “Ole” (nicht etwa Olé, sondern ausgeschsprochen wie der nordische Name!) an, und die Toreros selber stolzieren stolz und selbstsicher durch die Arena. Wenn der Stier nicht stark oder wild genug wirkt, wird er ausgepfiffen und durch einen anderen ersetzt; ganz selten wird ein Stier sogar während des Kapfes begnadigt, wenn er sich als wirklich stark, tückisch und “tapfer” bewiesen hat. Ich würde mich schon als Tierfreund bezeichnen und finde es bestimmt nicht gut, wenn Tiere leiden; Stierkämpfe haben für mich aber viel mit Kultur zu tun und ich würde jedem empfehlen, sich mal einen anzusehen, denn so grausam, wie ich es erwartet hätte, war es gar nicht; mir schien, als würde der Stier am Ende sehr schnell mit einem geübten Stich in den Rücken getötet werden…. aber jeder sollte sich selber seine Meinung darüber bilden….

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Gerade komme ich von einem wunderschönen Wochenendausflug nach Guanajuato und Queretaro zurück! Freitag morgen gings erstmal los nach Guanajuato, einer Stadt in Zentralmexiko mit ca. 120.000 Einwohnern. Sie liegt im gleichnamigen Bundesstaat, 2000 Meter über dem Meeresspiegel. Guanajuato ist eine der legendären Silberstädte des Mittleren Nordens, die einen Teil des spanischen Reichtums in der frühen Neuzeit begründten, und enthält noch sehr viel Architektur aus dieser Zeit. Die Stadt ist in ein enges Gebirgstal gebaut und hat enge, verwinkelte Straßen; seit 1990 ist sie UNESCO-Weltkulturerbe.
Nachdem wir nach etwa 3 Stunden wilder Fahrt im Hotel “Misión Guanajuato” (ein wirklich schönes Hotel im Kolonialstil) angekommen sind, ging es auch sofort los in die Innenstadt, die wirklich einmalig ist. Besonders hervorzuheben ist der Hauptplatz, der von meterhohen und perfekt geschnittenBenjamin-Bäumen umgeben ist; die schön gelegenen Restaurants laden zum Verweilen ein, und so aßen wir erstmal zu mittag. Weiter gings zur Universität, zu Kathedralen, Theatern und natürlich in einige Einkaufsläden; das Stadtbild ist einfach wunderschön und alle Gebäude sind hervorragend in das koloniale Bild integriert. Am frühen Abend sahen wir uns dann das Mumien-Museum an, das allerdings nichts für schwache Mägen ist; in Glaskästen ausgestellt sind dort etwa 50 Leichen, die im darüber gelegenen Friedhof durch Geldmangel keinen Platz bekommen haben. Darunter sind leider auch viele Kinder gewesen. Als ich Mumien gehört habe, dachte ich eher an wirklich alte, vielleicht noch von den Ausgrabungen der Städte der Ureinwohner stammende Leichen, nicht an höhstens 150 Jahre alte; hätte ich das gewusst, wäre ich wohl nicht gegangen, da ich das Museum doch eher makaber fand. Abends sind wir dann nochmal in die Innenstadt in eine kubanische Bar und haben uns mit Mojitos versorgt, bis uns dann gegen halb zwei die Schläfrigkeit heim getrieben hat.

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Am Samstaückweg haben wir dann noch für zwei Stunden in der Stadt Queretaro gehalten. Santiago de Querétaro (kurz: Querétaro) hat ca. 877.000 Einwohnern und Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaats. Die Stadt ist bekannt für ihre koloniale Architektur und ist seit 1996 ebenfalls Weltkulturerbe der UNESCO. Sie spielt in der mexikanischen Geschichte eine wichtige Rolle. Das Haus von Doña Josefa Ortíz, genannt La Corregidora (d. h. Frau eines hohen spanischen Kolonialbeamten) war ein konspirativer Treffpunkt für die Führer der Unabhängigkeitsbewegung um 1810.
1867 wurde Kaiser Maximilain hier füsiliert und 1917 die erste Verfassung nach der Mexikanischen Revolution ausgearbeitet. Trotz dieser Fülle an interessanten Ereignissen haben wir der Stadt wie gesagt nur einen kurzen Besuch abgestattet, waren aber begeistert. Wie Guanajuato kann Querétaro eine wunderschöne koloniale Innenstadt vorweisen, und ich habe noch keine andere Stadt Mexikos so als Oase der Ruhe empfunden- auch Querétaro ist also eine Reise wert.

Nachdem endlich die Regenzeit vorbei ist, haben wir hier das wunderschönste Wetter, dass man sich vorstellen kann: strahlender Sonnenschein und über 20 Grad- so stellt man sich doch seinen November vor!  Übrigens: wie schon versprochen steht schon der komplette Reisebericht über Hongkong auf der Seite “Hongkong” (ganz oben rechts); Fotos dazu findet Ihr in der Seitenleiste. Viel Spaß beim Lesen!

Der Día de los Muertos (Tag der Toten) ist einer der wichtigsten mexikanischen Feiertage, an dem in Mexiko traditionell der Verstorbenen gedacht wird.

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Die Vorbereitungszeit für die Feierlichkeiten beginnt Mitte Oktober, gefeiert wird in den Tagen vom 31. Oktober bis zum 2. November. Dabei wird der Día de los Muertos je nach Region auf verschiedene Weise gefeiert.Der Día de los Muertos ist keine Trauerveranstaltung, sondern ein farbenprächtiges Volksfest zu Ehren der Toten. Die Verstorbenen dürfen an diesen Tagen aus dem Totenreich zurückkehren. Allerdings glaubt niemand, dass die Toten wirklich aus ihren Gräbern auferstehen und dorthin wieder zurückkehren. Vielmehr sind es die Seelen, die ihre Familien besuchen, dabei steht für die Mexikaner das Gedenken an die Verstorbenen im Vordergrund.

Die Straßen werden mit Blumen geschmückt, skurrile Todessymbole, Skelette und Schädel in den unterschiedlichsten Ausführungen stehen in den Schaufenstern. Konditoreien produzieren kurz vor Allerheiligen die Calaveras de Dulce, Totenschädel aus Zucker oder Schokolade, die die Namen der Toten auf der Stirnseite tragen. Das Pan de Muerto, das Totenbrot ist ein weiteres beliebtes Naschwerk in diesen Tagen.Die Ofrendas, traditionelle Totenaltäre oder Gabentische in den Wohnungen, zum Teil auch auf öffentlichen Plätzen, sind das Zentrum der Feierlichkeiten. Sie sind mit reichlich Speisen und Getränken, Blumen und persönlichen Erinnerungsgegenständen gedeckt. Die Toten sollen sich nach ihrer langen Reise aus dem Totenreich stärken und einige der Gaben wieder mitnehmen. Fotos der Verstorbenen, Kerzen und Weihrauch sollen an gemeinsame Zeiten erinnern. (Quelle: Wikipedia.de)

Leider wird in Mexiko Stadt eher Halloween  gefeiert; wie in jeder Großstadt sind traditionelle Feste weniger ausgeprägt als auf dem Land, und so mussten wir schon  fast nach Anzeichen dieses Festes suchen. 

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